LOADING

Ihre Suche

Simone Demandt – Auf dem Rücken der Dinge

Share

Museum unserer Wünsche Saarlandmuseum – Moderne Galerie
22. Mai 2021 bis 30. Januar 2022

Im Rahmen des Projekts „Museum unserer Wünsche“ präsentiert die Moderne Galerie des
Saarlandmuseums vom 22. Mai 2021 bis 30. Januar 2022 die Ausstellung „Auf dem Rücken
der Dinge“ zum fotografischen Schaffen von Simone Demandt (*1959 in Dortmund). Die
Ausstellung zeigt 43 fotografische Werke, die in der Zeit von 2001 bis 2014 entstanden sind.
Die Maße der Arbeiten haben ein breites Spektrum: Von 17 x 17 cm bis zum größten Format
von 150 x 186 cm.

Simone Demandt, Zelt, 2005, aus der Serie Freude am Leben © VG Bild-Kunst, Bonn 2021


„Auf dem Rücken der Dinge“, eine Wendung, die Nietzsche wie auch Bloch verwendeten, weckt
neben sprichwörtlich geprägten Assoziationen auch solche zu paradigmatischen Diskursen in
der Fotografie und im postmodernen Denken. Man erinnert sich an Albert Renger-Patzsch, dem
historischen Bezugspunkt der dokumentarischen Fotografie: Er wollte sein berühmtestes Buch
ursprünglich nicht „Die Welt ist schön“, sondern „Die Dinge“ nennen. Man denkt an René
Magrittes Bild einer Pfeife mit dem Beitext „Ceci n’est pas une pipe“, das den ins Deutsche
übersetzten Titel „Der Verrat der Dinge“ trägt. Und man denkt an Michel Foucault, der in
seinem Buch „Die Ordnung der Dinge“ wiederum Magrittes „Verrat der Dinge“ erörtert. Die
Dinge und wer sie besitzt, ordnet, nutzt, sehen darf und zeigt, spielen eine sehr wichtige Rolle in
unserem Denken, Sehen und Zusammenleben. Auf ihrem Rücken entstehen Bilder, die – wie
immer in der Fotografie – körperlich mit den Dingen verbunden sind.
Demandts vielseitiges Werk ist oftmals in Serien angelegt und ebenso von einem
hintergründigen Humor wie von einem tiefen Respekt vor dem Leben geprägt. In der
Ausstellung sind Bilder aus fünf der bekanntesten Serien Simone Demandts zu sehen. Eine von
ihnen – „Schemen“ – ist direkt im Erweiterungsbau der Modernen Galerie entstanden. Hier
werden in Form von Skulpturen, Dinge aus der Sammlung des Museums auf die Wände des im
Rohbaustadium befindlichen Neubaus projiziert. In „Instrumenta sceleris“ inszeniert Demandt
Asservate – Dinge, die als Beweismittel für die Strafverfolgung aufbewahrt werden. „Freude am
Leben“ zeigt den Blick in private Garagen, in denen die Dinge als Ablagerungen des Lebens
sichtbar werden. In „Dunkle Labore/Labs Overnight“ schildert die Künstlerin Situationen in
Versuchslaboren, wo Dinge und Prozesse besonders geheimnisvoll in der Nacht für die
Erkenntnisproduktion wirken. In der Serie mit dem Arbeitstitel „Blamage“ zeigt die Fotografin
Innenansichten von Turnhallen. Sie werden gemeinsam mit Texten von Erlebnissen und
Erinnerungen aus Turnhallen präsentiert, in denen oftmals eher eine (kollektive) Quälerei al s die
Freude an Bewegung und Wettkampf eine Rolle spielt.

Simone Demandt, DOW Dämmstoffe, aus der Serie Dunkle Labore/Labs Overnight, 2009
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021


Simone Demandt wurde 1959 in Dortmund geboren und lebt heute in Baden-Baden. Sie
studierte 1979-1985 an der Akademie der Bildenden Künste und an der Universität in
Stuttgart. Sie nahm Lehraufträge in Freiburg (Br.) und Pforzheim wahr und hatte 1985/1986
die Regieassistenz am Alten Schauspielhaus Stuttgart inne. Mit Saarbrücken ist sie doppelt
verbunden: 2009/2010 arbeitete sie im Rahmen einer Vertretungsprofessur an der HBK Saar.
2014/2015 wirkte sie im Rahmen des Projekts „Mapping the Museum“ im Saarlandmuseum.

Die Ausstellung ist aktuell aufgrund des Covid-bedingten Lockdowns geschlossen. Wir werden
die Medien informieren, sobald die Museen wieder geöffnet werden.

from to
Scheduled ical Google outlook Kultur Startseite Termine
Saarlandmuseum — Moderne Galerie Map