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Rodin und Nauman in der Modernen Galerie

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Erstmals auf breiter Basis führt die Ausstellung der Modernen Galerie des Saarlandmuseums das Schaffen Bruce Naumans und Auguste Rodins zusammen. In visuellen Dialogen konfrontiert sie bis 26. Januar 2020 rund 130 ausgewählte Arbeiten dieser beiden Ausnahmekünstler miteinander: Skulpturen, Grafiken und Zeichnungen, Installationen, Neon- und Videoarbeiten sowie Fotografien. Die Präsentation umfasst zahlreiche Hauptwerke ebenso wie Stücke, die selten oder noch nie zu sehen waren. Die Leihgaben stammen aus bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und den USA. Hauptleihgeber für die Werke von Auguste Rodin ist das Musée Rodin, Paris.

Auguste Rodin, L’homme qui marche, ca. 1899, © Musée Rodin/ Foto: Christian Baraja

Auguste Rodin (geb. 1840 in Paris, gest. 1917 in Meudon) und Bruce Nauman (geb. 1941 in Fort Wayne/Indiana, lebt und arbeitet in Galisteo/New Mexico) trennt ein Jahrhundert. Eng verbunden jedoch sind sie dadurch, dass sie einen für ihre Zeit innovativen und radikalen Ansatz verfolgten. An ihrem jeweiligen historischen Ort haben sie die künstlerische Praxis wie auch das Denken über Kunst auf grundstürzende Weise verändert. Dabei kreuzen und berühren sich ihre Interessen und Strategien an vielen Stellen. Gemeinsam ist ihnen insbesondere eine elementare Gleichgültigkeit gegenüber herrschenden Vorstellungen von Schönheit und Vollkommenheit sowie von handwerklicher Perfektion. Beide Künstler pflegen vielmehr, um ein auf Rodin gemünztes Wort von Anatole France aufzugreifen, die „Zusammenarbeit mit den Katastrophen“: Konstruktion und Dekonstruktion (wenn nicht Destruktion) gehen bei ihnen Hand in Hand.

XKH181607 Marching Man, 1985 (neon tubes on aluminium panel) by Nauman, Bruce (b.1941); 195.6×167.6×25.4 cm; Hamburger Kunsthalle, Hamburg, Germany; American, in copyright

Die Ausstellung kreist um die Leitmotive Körper, Psyche, Raum und Fragment. Auch die Rolle des Ateliers für den Schaffensprozess wird dabei beleuchtet. Zentral sowohl bei Bruce Nauman wie bei Auguste Rodin ist die Auseinandersetzung mit Leib und Körper, die zu mitunter irritierenden formalen Lösungen führt. Zugleich widmen beide sich intensiv den Emotionen und psychischen Konflikten, die das menschliche Handeln einerseits antreiben und andererseits blockieren, und beide treibt das Problem des Raumes um, den sie als existentiell aufgeladen empfinden und zugleich mit Entschiedenheit modellieren, insbesondere in jenen Arbeiten, die für öffentliche Orte entstehen. Und wenn als Rodins wichtigstes Vermächtnis für die Kunst nachfolgender Generationen die Auf- und Umwertung von Torso und Fragment gelten kann, so gründet Naumans besondere Stellung in der Kunst der Gegenwart nicht zuletzt auf der Kompromisslosigkeit, mit der er in Verfolgung seines konzeptuellen Ansatzes das Prinzip Montage und das Arbeiten mit Bruch- und Reststücken kultiviert.

Information
Saarlandmuseum – Moderne Galerie
Bismarckstraße 11-15
66111 Saarbrücken
Tel.: 06 81 / 99 64 – 0
www.kulturbesitz.de

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