Spaziergang durch Saarlouis
Saarlouis, die Stadt des Sonnenkönigs, Garnisonsstadt und frühere Hauptstadt der Saarprovinz, war schon zu ihrer Gründung im Jahre 1680 “einer der schönsten und angenehmsten Orte im Königreich”. So beschrieb es ihr Erbauer, Sébastien le Prestre de Vauban, der berühmte Festungsbaumeister von Ludwig XIV.
Historisches Erbe…
Noch heute erinnern viele steinerne Zeugen an diese Zeit. Die Festungsanlagen am Saaraltarm, die historischen Kasematten, die alten Kasernen und viele andere Bauwerke aus französischer und preußischer Zeit nehmen den Besucher mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Neben dem Stadtzentrum liegt das Naherholungsgebiet – ein fischreiches, zehn Hektar umfassendes Gewässer, das von vielen Wasservögeln belebt wird. Der gesamte Bereich ist umsäumt von einem fünf Kilometer langen Spazierweg.
…und grüne Umgebung
Daran grenzt der Stadtgarten, die “grüne Lunge” von Saarlouis. Die 80 Jahre alte Parkanlage besitzt einen alten und sehr wertvollen Baumbestand. Durch die 35 Hektar große Anlage führt ein romantisch verzweigtes Wegenetz. Im Stadtgarten trifft man auch auf eindrucksvolle Teile des ehemaligen Hornwerkes, “Ouvrage à Cornes”, und Reste der Festungsmauern. Dort angebrachte Gedenktafeln erinnern an Gefallene des 1. und 2. Weltkrieges. Das Hornwerk diente dem Schutz der ehemaligen Schleusenbrücke.
Idyllische Vaubaninsel
Folgt man dem Wegenetz, erreicht man über eine Fußgängerbrücke den “Halwe Mond”, heute auch “Vaubaninsel” genannt. Diese Anlage wurde 1698 als “Contregarde de l’écluse” ebenfalls zum Schutz der Schleusenbrücke errichtet. Die Preußen nannten das Werk 1821 Contregarde Vauban nach dem Erbauer der Festung Saarlouis. Hier stehen die Standbilder von Marschall Ney und dem Soldaten Lacroix.
Festungsstadt mit französischer Lebensart
Von der Vaubaninsel schaut man hinüber auf die noch gut erhaltene “Bastion VI”, “Bastion de Vaudrevange”, seit 1821 “Bastion Prinz Albrecht”. Von der darauf befindlichen Plattform aus genießt man einen eindrucksvollen Rundblick in die nahe Umgebung. In der Bastion befindet sich heute ein Restaurant. Unweit davon entfernt liegen die Kasematten. Sie wurden im Zuge der Erweiterung der Festungsanlagen in den Jahren 1824 bis 1829 von den Preußen im Bereich des Hauptwalles als bombensichere Verteidigungsanlagen gebaut. Eine der beiden Kasemattenanlagen ist heute bekannt als die “längste Theke des Saarlandes”. Darin befinden sich seit einigen Jahren verschiedene Lokale und Restaurants.





