„Eulenspiegel“
Klassiker der ostdeutschen Karikatur
Die Ausstellung im Museum Haus Ludwig Saarlouis präsentiert vom 14. September bis 4. Januar elf der besten Zeichnerinnen und Zeichner aus dem Umfeld der Satirezeitschrift „Eulenspiegel”. Mehr als 250 Blätter aus fünf Jahrzehnten spiegeln die Entwicklung der Karikatur von der DDR in die neuen Bundesländer.
Gezeigt werden „Klassiker”, die nicht an Aktualität verloren haben, die mit witzigen Einsichten kurzweilige Unterhaltung bieten und für gegenseitiges Verständnis in Ost und West sorgen. Die gezeigten Karikaturen sind alle im „Eulenspiegel” veröffentlicht worden. Sie dokumentieren nicht nur ein Stück DDR-Alltag, sondern auch die politische Wende und das Hineinwachsen in ein anderes Gesellschaftssystem.
Satirezeitschrift „Eulenspiegel”
Als staatlich sanktioniertes Satiremagazin war der „Eulenspiegel” ein Kuriosum an sich: Während er einerseits die von Partei- und Staatsführung der DDR erwartete Form unterhaltsamer Kritik zu bedienen hatte, musste er andererseits jene Leser berücksichtigen, die darauf warteten, dass ihre Probleme angesprochen würden. Für Redakteure, Autoren und Zeichner war dies eine sensible Gradwanderung zwischen erhoffter Ventilfunktion und ungeschriebenen Tabus.
Der in einer wöchentlichen Auflage von 500 000 Exemplaren gedruckte „Eulenspiegel” erfreute sich großer Beliebtheit in der DDR und bot, neben Ausstellungen, Druckgrafiken und Büchern, die einzige Möglichkeit mit gezeichneter Satire und kritischem Humor ein breites Publikum zu erreichen. Er hat die wechselvolle Geschichte Ostdeutschlands mitgemacht und die Veränderungen zu spüren bekommen. Aber auch im wiedervereinten Deutschland erfreut er sich nach wie vor großer Beliebtheit bei den Lesern.







