Kunststoff-Welten
| 23. November 2009 | bis | 30. Januar 2010 |
Aufbruch in die „Plastikzeit”
Während Uwe Seeler und Franz Beckenbauer bei Dauerregen noch damit kämpfen mussten, dass das „Leder” sich mit Wasser voll saugte und immer schwerer wurde, brauchen sich Lukas Podolski, Bastan Schweinsteiger und Co. zumindest darüber keine Sorgen zu machen, denn ihr Fußball besteht aus geschäumtem Polyurethan. Es ist schwierig, sich die heutige Welt ohne Kunststoffe vorzustellen, sie gehören wie selbstverständlich zu unserem Alltag. Die Ausstellung „Kunststoff-Welten” im Historischen Museum Saar zeichnet bis 31. Januar 2010 mit vielen Alltagsgegenständen und Designobjekten die Geschichte der Kunststoffe nach.
Es wird aufgezeigt, wie sich unser Alltag durch die neuen Materialien verändert hat. Mit einer Spritzgussmaschine aus den 1960er Jahren wird das bis heute wichtigste Verfahren zur Herstellung geformter Kunststoffteile vorgeführt. Der eigentliche Siegeszug der Kunststoffe begann schon vor etwas mehr als 140 Jahren, als der Druckerlehrling John Wesley Hyatt mit dem Celluloid das erste Thermoplast erfand. In den folgenden Jahrzehnten wurden immer neue Kunststoffe erfunden, wie Bakelit, Nylon und Polyetylen. Die eigentliche „Plastikzeit” waren die 1950er und 60er Jahre. Damals wurde Plastik mit Modernität und Zukunft assoziiert. Durch Möbel aus Plastik wurden die Wohnungen bunter und die Formbarkeit des Materials machte Design-Ikonen wie den Panton-Chair erst möglich. Die Euphorie endete mit der Ölkrise 1973, „Jute statt Plastik” war ein weit verbreitetes Motto. Heute spielen Kunststoffe eine immer wichtigere Rolle in Sport, Technik, der modernen Medizin und im Auto- und Flugzeugbau. Dem Thema Kunststoffrecycling und Recyclingdesign ist in der Ausstellung ein eigener Bereich gewidmet. In Workshops kann Recyclingmaterial zu Schmuck oder Geldbörsen verarbeitet werden.







