Staatsgeschenke - 60 Jahre Deutschland
| 23. November 2009 | bis | 18. April 2010 |
Neueröffnung Gebläsehalle mit „History-Projekt”
Anlässlich des 60jährigen Bestehens der Bundesrepublik Deutschland schlägt das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ein ganz besonderes Kapitel deutscher Geschichte und Diplomatie auf: Erstmals präsentiert eine Ausstellung Geschenke von Königen, Präsidenten und Ministerpräsidenten aus insgesamt 75 Staaten.
„Staatsgeschenke. 60 Jahre Deutschland” ist die erste umfassende Darstellung, die diese rund 180 erlesenen Staatsgeschenke in den Zusammenhang mit den großen Ereignissen der Zeitgeschichte einordnet. Sie haben eine große historische Tradition in der Kultur des Abendlandes. Seit antiker Zeit kommt den diplomatischen Geschenken eine herausragende Bedeutung zu. Meist genießen sie höchste Wertschätzung beim Beschenkten und sind Anknüpfungspunkte für kulturübergreifende Beschäftigung mit dem Anderen.

Hohe Diplomatie
Staatsgeschenke vermittelten nicht nur die Wertschätzung des beschenkten Landes durch den Schenker, sie waren oft auch wegen ihres unvorstellbaren materiellen Wertes - als vorweggenommenen Kriegstribut - Garant für Frieden. Das „Gold der Skythen” mit den Prunkwaffen und Gefäßen des 5. und 4. Jh. v. Chr. aus Edelmetall, die in der heutigen Ukraine, Russland und Georgien als Grabbeigabe in prunkvollen Bestattungen der skythischen Aristokratie gefunden wurden, gehört ebenso dazu wie der legendäre indische Elefant Hanno.
Ausgefallene Kostbarkeiten
Schon seit dem Jahr 800 sind Tiere beliebt als diplomatisches Geschenk: beispielsweise ein lebender Elefant für Karl den Großen, für Kaiser Friedrich II oder für Papst Leo X. im Jahr 1514 der bekannte indische Elefant Hanno. Zu den Glanzstücken der Ausstellung gehört ein goldenes Kamel mit Jockey in einer kunstvollen Schatulle. Bezogen mit grün genarbten Straußenleder und ausgekleidet mit feinstem sandgelbem Wildleder mit goldenen Beschlägen. Bundespräsident Horst Köhler erhielt dieses Staatsgeschenk 2006 vom Königreich Saudi-Arabien/König und Premierminister Abdullah Al Saud. Kostbar, skurril manchmal, von höchster kultureller Dimension sind diese Geschenke Symbole einer Staatsdiplomatie, die unsere gemeinsame Geschichte ganz besonders beleuchten. Schenkende in neuerer Zeit sind zum Beispiel Königin Elisabeth II., Papst Benedikt XVI., der 44. Präsident der USA Barack Obama, aber auch arabische Scheichs, afrikanische und asiatische Staatschefs oder PLO-Führer Yasser Arafat. Von Barack Obama stammt einer der jüngsten Zugänge bei den aktuellen Staatsgeschenken für Bundeskanzlerin Angela Merkel: Eine Silberschale bei dessen Berlin-Besuch am 24. Juli 2008. 180 Exponate aus der Sammlung des Bundespräsidenten, der Bundeskanzlerin sowie aus dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und dem Besitz von Stiftungen der Alt-Bundespräsidenten und Alt-Bundeskanzler verdeutlichen die Verflechtungen mit den Ländern der Erde.







