Fürstliche Pracht und barocke Lebensfreude
Die früheren Residenzfürsten hinterließen ihre Spuren in Ottweiler, Zweibrücken, Blieskastel und Saarbrücken.
Herrschaftssitz Ottweiler
Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken war ein großer Förderer von Baukunst und Wirtschaft. Für seine Frau ließ er von Baumeister Joachim-Friedrich Stengel ein Stadtpalais und den Ottweiler Pavillon errichten. Dieser diente zum Jagd-Aufenthalt in Ottweiler. Heute liegt vor dem Pavillon ein Barock-Rosengarten. In den Jahren 1756 und 57 gab Friedrich Joachim Stengel der evangelischen Kirche in Ottweiler ein neues Gesicht mit barockem Hauptportal und doppelläufiger Freitreppe. Auf fürstliche Initiative entstand eine Porzellanmanufaktur. Die schönsten Exemplare des Ottweiler Porzellans sind im Witwenpalais zu sehen.

Barockstädtchen Blieskastel
Die Residenzzeit der Reichsgrafen von der Leyen von 1773 bis 1793 gilt als Höhepunkt der Stadtgeschichte von Blieskastel. Heute noch ist die Altstadt geprägt von kunsthistorisch hochkarätigen Gebäuden aus der damaligen Zeit. Seit 1986 steht das “Ensemble Alt-Blieskastel” unter Denkmalschutz. Mittelpunkt ist der Paradeplatz mit dem Rathaus. Neben dem Alten Markt, Luitpoldplatz, Herkules- und Napoleonbrunnen und den Hofratshäusern am Schlossberg beeindruckt die Schlosskirche mit ihrer imposanten Portalfassade. Vom ehemaligen Schloss blieb die so genannte Orangerie erhalten. Nahe der Stadt am Niederwürzbacher Weiher liegen die Lustschlösser der Marianne von der Leyen – der Annahof und der Rote Bau.
Herzögliches Zweibrücken
Zweibrücken nahm unter dem schwedischen König Karl XII. seinen Aufschwung. Das Residenzschloss ist ein beeindruckendes Beispiel für einen klaren, nordisch geprägten Barock. Am Herzogsplatz liegt das Stadtmuseum mit Gemälden, Grafiken, Möbeln und dem seltenen Zweibrücker Porzellan. Die romantische Parkanlage Tschifflick wurde von Polenkönig Stanislaus Leszczynski prächtig angelegt.

Residenz Saarbrücken
Saarbrückens bekannteste Barockbauten stammen von Friedrich Joachim Stengel, der von 1741 bis 1787 unter den Fürsten von Nassau-Saarbrücken arbeitete. Er prägte das Gesicht der benachbarten Städte St. Johann und Alt-Saarbrücken: Die Sichtachsen zwischen Schloss, Ludwigskirche und Stengelbrunnen am St. Johanner Markt bilden auch heute noch das sogenannte Stengel ´sche Dreieck. Nach Zerstörung des Renaissanceschlosses aus dem 17. Jahrhundert ließ Fürst Wilhelm Heinrich eine neue barocke Residenz errichten. Die Ludwigskirche gilt als Stengels Meisterwerk – zusammen mit den umliegenden Palais und Beamtenhäusern bildet sie ein einzigartiges Barockensemble.







